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Dritter Virtueller Literaturcon - Die Interviewreihe
#1
Dritter Virtueller Literaturcon - im Interview: Dorena Verne


[Bild: 71085970_2444137282576189_14365062594476...e=5E05EAEB]


Dorenas World ist ihre virtuelle Heimat, das http://www.radio-rote-dora.org/ ihr Internetsender. Gemeinsam mit Anachron Young unterstützt sie die Brennenden Buchstaben in diesem Jahr einmal mehr auch beim Dritten Virtuellen Literaturcon.

Heute wollen wir euch Dorena im Rahmen eines Interviews vorstellen:


BB: Hallo Dorena! Toll, dass du mal eben Zeit gefunden hast, mit uns zu plaudern.

Wie lange bist du eigentlich schon als Avatar unterwegs?


Dorena: Meinen ersten Avatar hatte ich im Mai 2007 erstellt in Second Life. Dorena selber gibt es seit Januar 2009 im SL. :-)



BB: Du hast Second Life den Rücken gekehrt und dein eigenes Grid gegründet. Dorenas World. Was waren die Gründe dafür?


Dorena:Also den Rücken gekehrt, würde ich nicht sagen. Ich bin dort halt nur noch selten online. Im Dezember 2009 wurde der virtuelle Stress im SL zu viel für mich und meinem Partner. Deswegen habe ich, anfangs nur als kleine Standalone, „Dorenas World“ erstellt. Am 16.01.2010 mietete ich den ersten „richtigen Server“. Deshalb gilt dieser Tag auch als offizielles Gründungsdatum des Grids. :-)



BB: Hast du dich schon mal mit den Nachfolgesystemen Sansar und/oder High Highfidelity beschäftigt?


Dorena:Ja, aber ich konnte beiden Systemen nicht viel abgewinnen, zumal mir diese 3D-Brillen zum einem unheimlich, zum anderen zu teuer sind. Na ja, von den hohen Hardwareanforderungen mal ganz abgesehen.



BB: Virtuelle Welten als Ort, wo man besondere Menschen kennenlernt. Vielleicht sogar den einen. Ist dir das auch passiert?


Dorena:Oh, ja,..genau das ist mir passiert. Im März 2009 lernte ich Anachron Young in Second Life kennen.

Im November des selben Jahres heirateten wir dort auch virtuell.

Seit Oktober 2011 sind wir auch im realen Leben ein Paar. :-)



BB: Die virtuelle Welt als Flucht. Wärst du am liebsten ständig im Cyberspace? Oder wann ist für dich mal wieder der Punkt erreicht, an dem dich Pixel einfach nur noch nerven?


Dorena:Nein, die Pixel nerven mich nicht und zugegeben, ja,.. manchmal wäre ich am liebsten ganz dort.

Über die Gründe möchte ich hier aber nicht weiter eingehen.



BB: Was sind die Dinge, die dir in Dorenas World oder anderen Grids besonders viel Spaß machen?


Dorena:Die bunte Community und speziell bei uns im Grid die sehr familiäre Gemeinschaft.


BB: Du betreibst mit Anachron zusammen auch noch ein Internetradio. Das Radio Rote Dora. Welche Musik spielt ihr da? Wie nutzt ihr eure eigen Radiostation sonst noch?


Dorena: Also der offizielle Betreiber des Radios sitzt in Österreich. Anachron und ich übernehmen lediglich die komplette technische Betreuung. Die Musikauswahl geht 24/7 quer durch den Garten sozusagen.

Des weiteren nutzen wir den Stream auch um zum einem die Events aus unseren Grid zu streamen und des weiteren natürlich auch die eurigen der „Brennenden Buchstaben“ aus SL. :-)



BB: Du unterstützt uns jetzt seit Jahren bei all unseren Veranstaltungen. Dafür opfert ihr auch mal ganze Abenden oder sogar Wochenenden. Danke dafür. Womit haben wir das eigentlich verdient?


Dorena:Verdient?? Gar nicht!*Zunge rausstreck“ Spaß beiseite, ihr seid eine tolle Gruppe und wir haben viel Spaß mit euch gemeinsam diese tollen Abende zu erleben. :-)


BB:Du warst auch bei politischen Aktionen, zum Beispiel zum Urheberrecht in Second Life dabei. Was denkst du über virtuelle Welten als Plattform für „echte“ soziale und politische Fragen?


Dorena:Da wir ja nun mal auch reale Menschen sind die vor dem Rechner sitzen, gehören für mich deshalb eben auch reale Themen in die virtuellen Welten, in denen wir uns bewegen.



BB: Gerade habt ihr wieder selbst eine Aktion gestartet, „Seenotrettung ist ein Menschenrecht“. Erzähl uns was darüber.


Dorena: Mich stimmt es traurig und wütend zugleich wie in meinen Augen kaltherzig dieses Thema doch von einigen Menschen abgetan wird. Letztendlich leben wir alle auf dieser Kugel und sollten uns gerade wenn es um solch eine große Not geht, gegenseitig unterstützen.



BB:Dein persönlicher Literaturgeschmack. Wen liest du gern, wen sollten wir vielleicht mal einladen?


Dorena:Ach du liebe Zeit*lol Ehrlich gesagt komme ich kaum noch zum lesen und einen wirklich speziellen Literaturgeschmack habe ich gar nicht.



BB:Was waren deine liebsten Projekte im Cyberspace?


Dorena:Events wie eben auch im letzten Jahr unsere virtuelle Aktion gegen rechts. Klar, eure Lesungen sind auch immer super. Ansonsten natürlich alle Inworld-Partys wo nette Menschen zusammenkommen, viel lachen und Spaß haben. :-)



BB:Wie ist die Avatargesellschaft eigentlich so drauf. Deine Gedanken zum Umgang miteinander im Cyberspace.


Dorena:Wie im realen Leben eben auch. Es gibt nette Zeitgenossen und eben leider auch solche, die in meinen Augen Arschlöcher sind.


BB:Möchtest du uns ein paar Ideen verraten, die du gern noch im Cyberspace umsetzen möchtest?


Dorena: Würde ich dir gerne verraten, aber so spontan fällt mir da im Moment nichts ein, außer gerne noch viele Jahre dabei sein zu können. :-)
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#2
Wo ist die Autigramm-Karte? Big Grin
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#3
Dritter Virtueller Literaturcon - Im Interview: Anachron Young alias Friedrich Karl Gompert


[Bild: 70744562_2446759215647329_45504169312654...e=5DF8B063]

Anachron Young alias Friedrich Karl Gompert ist der Grid-Papa in Dorenas World. Bei vielen Lesungen moderieren wir quasi gemeinsam, immer dann, wenn Dorenas World über Radio-Rote-Dora sendet. Heute wollen wir euch den stets gelassenen Anachron einmal näher vorstellen!


Hallo Anachron, nachdem wir beiden so oft gemeinsam mit dem Ton kämpfen, plaudern wir mal ein bisschen über dich.

T.K.: Wie lange bist du eigentlich schon als Avatar unterwegs?

A.Y.: Du kannst aber Fragen stellen. Ich heiße Anachron, d.h. mit Daten habe ich nix am Hut, aber laut meinem Profil bin ich (Stand 22.9.19) genau 3536 Tage alt. Das Datum kannst du dir ausrechnen, du bist ja Mathematiklehrer. :-P ( Auflösung: 8.12.2006 ) .1.2010)

T.K.:Dorenas World ist dein zuhause im Cyberspace. Warum haben Dorena und du ein eigenes Grid?

A.Y.: Alles begann, wie bei den meisten OSlern, in Second Life. Wir waren damals dort in einem -öhhh- eher zweifelhaften Etablissement tätig und unser Friendlist war lang. Das führte dazu, dass speziell Dorena ca. 3 Minuten nach dem Einloggen bereits in 5 IMs verwickelt war. Für ein -öhhh- virtuelles Privatleben blieb da wenig Raum. Dorena hat dann auf einem nicht mehr benötigten Rechner in ihrem Schlafzimmer ein OpenSIM-Grid aufgesetzt, wohin wir uns dann zurückziehen konnten. Inzwischen ist daraus allerdings mit Dorenas-World eines der ältesten und größten Grids im deutschsprachigen Raum geworden und nun ist es dort mit den IMs ganz genauso wie damals in SL ... was aber nicht mehr stört, denn inzwischen sind wir in RL zusammengezogen und unser Privatleben ist nicht mehr nur virtuell. :-)

T.K.: Womit beschäftigst du dich drüben in Dorenas World am meisten? Jetzt sag nicht Dorena.

A.Y.: Neee, siehe oben ... Meine Aufgaben als Grid-Papa in Dorenas-World sind vielfältig, aber die meiste Zeit geht wohl in die Vorbereitung meiner DJ-Sessions, die ich inzwischen seit über 5 Jahren ununterbrochen (bis auf einen 2-wöchigen Aufenthalt auf der Intensivstation eines Krankenhauses - unter Morphin gesetzt klappt das mit dem Auflegen irgendwie nicht so gut) jeden Freitag abliefere. Daneben bin ich dafür zuständig, mit Besuchern zu kommunizieren, die des Deutschen nicht mächtig sind, habe mehrere SIMs bebaut, gestaltet oder überarbeitet und last but not least bin ich der Straßenbaumeister und als solcher dafür verantwortlich zu machen, dass Dorenas-World nicht, wie viele andere Grids, eine Ansammlung einzelner Inseln ist.

T.K.: Virtuelle Welten als Ort, wo man besondere Menschen kennenlernt. Vielleicht sogar den einen. Ist dir das auch passiert?

A.Y.: Die Eine - Dorena und ich haben uns in vorgenanntem -öhhhm- Etablissement kennen und lieben gelernt. Zu der Zeit lebte ich in der Karibik und hatte eigentlich nicht die Absicht jemals nach Deutschland zurückzukehren - vielleicht wären wir uns gar nicht sooo nahe gekommen, wenn wir nicht davon ausgegangen wären, dass wir uns IRL nie begegnen würden. Naja das Leben wollte es dann aber anders ... heute leben wir zusammen. :-)

T.K.: Die virtuelle Welt als Flucht. Wärst du am liebsten ständig im Cyberspace? Oder kannst du irgendwann auch mal keinen Monitor mehr sehen?

A.Y.: Ja-in. Aus gesundheitlichen Gründen bin ich an der "gesellschaftlichen Teilhabe" weitestgehend verhindert - ich komme nicht mehr aus meinen vier Wänden. Daher findet mein Leben heute nur noch vor dem Bildschirm statt. Ich weiß nicht ob man das eine Flucht nennen kann ...

T.K.: Deine Lieblingsaktivitäten im Cyberspace?

A.Y.: Gemeinsam mit anderen Musik hören, Diskutieren aber auch oft nur rumblödeln.

T.K.: Du unterstützt uns jetzt seit Jahren bei all unseren Veranstaltungen. Auch an dich unseren Dank dafür. Du bist vor allem bei der Radioübertragung ständig an den Reglern. Wie ist so ein langer Lesungsabend bei den Brennenden für dich?

A.Y.: Lang :-D --- Nee quatsch. Ich bin ein Fan von Science Fiction und Fantasy-Literatur, wobei es sich sehr gut trifft, dass da auch der Schwerpunkt bei den Brennenden Buchstaben liegt. Ich freue mich dabei sein zu dürfen.

T.K.: Du warst auch bei politischen Aktionen, zum Beispiel zum Urheberrecht in Secondhandshop Life dabei. Was denkst du über virtuelle Welten als Plattform für „echte“ soziale und politische Fragen?

A.Y.: Wie schon ausgeführt, bin ich nicht mehr in der Lage "in flesh and blood" auf eine Demo zu gehen, auch wenn ich das gern möchte. So bleibt mir eigentlich nur die virtuelle Welt als Plattform für politische Betätigung. Ich denke ich bin da nicht alleine. Beantwortet das die Frage?

T.K.: Dein persönlicher Literaturgeschmack. Wen liest du gern, wen sollten wir vielleicht mal einladen?

A.Y.: Hab ich schon beantwortet: Science-Fiction und Fantasy-Literatur - aber meine Lieblingsautoren einzuladen, wird euch schwerfallen: Asimov, Clarke und Lem haben es alle schon geschafft, dass ein Asteroid nach ihnen benannt wurde - die Ehre wird einem leider nur posthum zuteil ...

T.K.: Was waren deine liebsten Projekte im Cyberspace? (Es muss nichts von den Brennenden gewesen sein.)

A.Y.: Nicht waren sondern sind: Die "Rock-House"-Sessions - wie schon zuvor erwähnt. Da steckt viel Herzblut drin

T.K.: Wie ist die Avatargesellschaft eigentlich so drauf? Deine Gedanken zum Umgang miteinander im Metaversum.

A.Y.: Hinter jedem Avatar steckt ein Mensch! Wie sind Menschen so drauf? Nun, in jeder Gruppe - unbeachtlich von Geschlecht, Nationalität, Rasse, Geschlecht oder was es noch für blödsinnige Unterscheidungen gibt - gibt es wunderbare Menschen und ausgesprochene Ar.......er. Nuff said!

T.K.: Möchtest du uns ein paar Ideen verraten, die du gern noch im Cyberspace umsetzen möchtest?

A.Y.: Was für komische Ideen mir noch in den Kopp kommen, weiß ich auch selbst immer erst hinterher. In der Tat hab ich eine Menge gebaut, von dem ich noch keinen Plan hatte, als ich damit angefangen habe.

T.K.:Danke für das Interview, Anachron!
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#4
Dritter Virtueller Literaturcon - Im Interview: Kirsten Riehl alias Zauselina Rieko

[Bild: 71185836_2449287288727855_19858283890128...e=5E2F173F]

TK: Hallo Kirsten, schön dass du für mich Zeit gefunden hast. Wir sehen uns nur selten. Die drei Meter zwischen unseren beiden Computern sind ja fast unüberwindlich!

Kirsten: Man sollte sich nicht zu viel in der Realen Welt aufhalten – das könnte zu Virtualitätsferne führen!

TK: Kirsten, du hast die Brennenden Buchstaben gegründet und das vor über einem Jahrzehnt. Wie kam das?

Kirsten:Ich war damals auf der Suche nach interessanten Dingen in Second Life; ich hatte gerade meine ersten Schritte in der virtuellen Welt gemacht, und hatte das Besuchen von Clubs und Tanzveranstaltungen über. Ich war der Meinung, dass man so etwas wie eine Lesung, Buchvorstellung, Literaturrunde ganz leicht in Second Life finden müsste. Ich bin auf vor allem englischsprachige Veranstaltungen aufmerksam geworden, auch italienische (wobei ich leider kein Italienisch verstehe), aber ich konnte nichts Deutschsprachiges finden. Daraufhin wollte ich das selber machen! Das war die Geburtsstunde der Brennenden Buchstaben. Denn was machen Deutsche, wenn sie Projekte planen? Also wenn sie mal keinen Stau bilden.... Na klar! Sie gründen einen Verein.

TK: Viele dieser Projekte schaffen es keine zehn Wochen. Wieso sind es bei den Brennenden jetzt schon mehr als zehn Jahre?

Kirsten:Es gab und gibt viele interessante Projekte in Second Life, aber unser Durchhaltevermögen hat kaum jemand. Spontan fällt mir da nur die virtuelle Bibliothek Pegasus ein, die auch eine jahrelange Tradition hat.


TK: Was tust du gern in Second Life?

Kirsten:Kunstaustellungen besuchen, Sprachen lernen und natürlich an Lesungen teilnehmen oder sie planen.


TK: Sind Lesungen im Cyberspace nicht eigentlich Quatsch?
Kirsten: Lesung ist Lesung. Ob die nun in einer Stadthalle, einem Wohnzimmer, einem Buchladen, im Radio oder eben im Internet stattfindet, ist erst mal nicht wichtig. Wichtig ist, dass Literatur belebt wird, dass sie Unterhaltung oder Diskussionsstoff bietet, dass sie Menschen zusammenbringt. In Second Life kommt natürlich hinzu, dass man den Faktor Optik nutzen kann. Das geht ja sonst nur im Theater, oder man bräuchte eine Örtlichkeit mit viel Platz, um Requisiten und ein Hintergrundbild aufbauen zu können. Deswegen heben sich unsere Lesungen ab von dem, was man sonst unter Lesung kennt.

TK: Was ist deine bevorzugte Lektüre? Welche Bücher liebst du?

Kirsten: Ab und zu lese ich gerne gute Krimis oder Thriller, aber eigentlich sind die Klassiker mein Steckenpferd. Viel Vergnügen bereiten mir die südamerikanischen Schriftsteller*innen, die dem sogenannten Magischen Realismus angehören.

TK: Wen würdest du gern einmal im Cyberspace sehen?

Kirsten: Gabriel Garcia Márquez – aber der ist leider schon vor fünf Jahren verstorben. Ich glaube, Jan Böhmermann würde mir Spaß machen.

TK: Du hast das Kafe KrümelKram gebaut. Überhaupt bastelst du gern in SL. Was sind das für Dinge, die du so baust?

Kirsten: Mein Bautalent hält sich eher in Grenzen. Das können andere besser als ich. Ich denke mir aber gerne solche Projekte aus wie ein Café für Lesungen oder ein ganzes Dorf, in dem kreative Menschen zusammenkommen.

TK: Was hat es mit dem Kreativdorf auf sich?

Kirsten: Das ist ein virtuelles Dorf, in dem kreative Köpfe „leben“. Im echten Leben sind sie natürlich über Europa verstreut, aber wir nutzen das verbindende Element der Virtualität, in der geografische Distanzen keine Rolle spielen.


TK: Wieso heißt dein Avatar eigentlich Zauselina?

Kirsten:Der Name passt am besten zu mir – ich bin so zauselig, wuselig, ein wenig chaotisch, hab´s nicht so mit dem, was man allgemein „die Norm“ nennt. Lieber probiere ich Neues, mache auch mal verrückte Sachen. Und ich bin auch nicht den ganzen Tag nett.

TK: Du kennst den Kueperpunk ja irgendwie näher. Wie ist der so? Also wenn das Mikro mal nicht offen ist?
Kirsten: Oh jetzt wird’s aber persönlich! Ich weiß gar nicht, ob ich mit dir darüber sprechen sollte... Aber er wird sicher nichts dagegen habe.... Mal überlegen... hm... er liest morgens die Bild-Zeitung, aber nur den Sportteil, weil Politik is nich so seins. Er sieht gerne Fußball im TV, interessiert sich für seine Gartenzwerge und die Gartenarbeit, … ach nee … Moment mal, das war ja jemand Anderes. Ich fang noch mal an, ok? Also er ist ein sehr ordentlicher Mensch, pünktlich, gewissenhaft. Er ist rücksichtsvoll, immer bemüht, niemanden vor den Kopf zu stoßen – außer wenn er Nazis wittert,; da kann er auch mal deutlich werden! Wenn er nicht an seinem PC sitzt, um Lesungen vorzubereiten oder durchzuführen, dann sitzt er dort, um selber Geschichten zu schreiben. Die aktuelle Politik kommentiert er gern mit spitzer Zunge, egal ob gerade ein Mikro offen ist oder nicht.

TK: Es gibt die Legende, ihr hättet euch in SL kennengelernt. Stimmt das? Und wie ist das passiert?

Kirsten:Kirsten:Ja das stimmt tatsächlich. Eine gemeinsame Freundin hat uns zusammengebracht. Sie hat den Avatar Kueperunk zu einer Lesung eingeladen, die die Avatarin Zauselina organisiert hat. Literatur war also unser erstes verbindendes Element, und es hat sofort gefunkt.

TK: Welches war die erste Lesung, die du mit Kueperpunk gemacht hast?

Das war 2009 und eine Duo-Krimilesung mit der Autorin Bettina von Cossel und Thorsten Küper.

[Bild: 71041085_2449287482061169_77332762335043...e=5DFE7652]


TK: Politik in Second Life. Machen politische Aktionen in einem Videospiel Sinn?

Kirsten: Eingefleischte Second-Lifer werden ja immer bestreiten, dass Second Life ein Spiel ist. Natürlich hat es Spielcharakter, aber man kann es eben auch völlig anders nutzen. Es gibt keine zu erreichenden Level, keine Gewinne, keine Ziele, außer man setzt sich selber welche. Und meiner Meinung nach lässt sich Politik nicht vom täglichen Leben trennen. Alles, was auf politischer Ebene beschlossen oder verbockt wird, hat Auswirkungen auf unser Leben und sogar auf das Leben, was noch gar nicht geboren ist. Deswegen sollte man auch niemals die Hände in den Schoß legen, die Wahlbeteiligung verweigern oder das freie Informationsrecht ungenutzt lassen. Politik ist nichts, was man „den Anderen“ überlassen sollte. Jeder und jede hat Mitverantwortung für das, was geschieht. Zumindest den Wahlzettel kann jeder Bundesbürger, jede Bundesbürgerin benutzen. Ich finde, dass wir gerade in einer sehr aufregenden Zeit leben, in der die Weichen für eine Zukunft gestellt werden, die sehr düster aussehen könnte. Damit sie nicht düster wird, muss man sich engagieren. Dazu sollte man jedes Medium nutzen, das sich anbietet, die öffentliche Meinung mitzugestalten. Das ist nicht bloß das Fernsehen – die sozialen Medien bieten viel mehr, und Second Life ist eines dieser sozialen Medien.


TK: Deine allerliebste Veranstaltung der Brennenden Buchstaben in SL. Welche war das?

Kirsten: Das Festival der Liebe war eine tolle Sache, ein Marathonprojekt – Lesungen und Kunstausstellungen über drei Tage. Und Zusammenarbeit mit vielen interessanten Menschen.

TK: Danke, Schatz..äh, Frau Riehl.

Dritter Virtueller Literaturcon:

Samstag, 12.10.2019

18.30-19.00 Eröffnung und Lesung von BukTom Bloch
19.00-19.30 Achim Stößer liest „Quecksilberding“ aus "Rebellion in Sirius City" Retro-SF
19.30-20.00 Jens Gehres liest „Hroswitha Knibbel und die gestohlenen Schokoladenkekse“ aus "Keks-Geschichten" Fantastik Mitleser: Kueperpunk
20.00-20.30 Axel Kruse liest aus "Derolia" Space Opera
20.30-21.00 Galax Giordano liest „Punkolution“ aus "Xeno-punk" Cyberpunk
21.00-21.30 Rael Wissdorf liest aus „Das Vermächtnis des Drachenfürsten“ Fantasy Mitleser: Kueperpunk
21.30-22.00 Judith Vogt liest aus "Wasteland" Science Fiction/Postapokalypse Mitleser: Christian Vogt
22.00.22.30 Tobias Bachmann liest aus "Gynoid" Science Fiction Mitleser: Judith Vogt
22.30-23.00 Konzert mit Psi Quence

Sonntag, 13.10.2019

18.30-19.00 Mike Krzywik-Groß liest aus "Alter Ego" Shadowrun
19.00-19.30 Gabriele Behrend liest „Partition“ aus "Gegen Unendlich 15" Science Fiction
19.30-20.00 Stella Delaney liest aus "Das Leuchten am Rande des Abgrunds" Fantastik
20.00-20.30 Markus Gersting liest aus "Hydorgol 4" Space Opera
20.30-21.00 Uwe Hermann liest aus "Userland - Berlin 2069" Science Fiction Mitleser: Kueperpunk
21.00-21.30 Alvar Borgan liest „Das glühende Auge) aus "Virtuelle Welten" (wo würde diese Lesung besser passen?) Cyberpunk
21.30-22.00 Frederic Brake liest „Das Komprimat“ aus "Schattenzeit" Fantasy Mitleser: Kueperpunk
22.00-22.30 Peter Hohmann liest aus "Dunkle Echos" Fantasy Mitleser:Kueperpunk
22.30-23.00 Konzert mit Torben Asp

Ton über den Discord Kanal der Brennenden Buchstaben: https://discord.gg/P3x79Xw

Und wie immer wird es Live Übertragungen bei Radio-Rote.Dora geben!

http://www.radio-rote-dora.org/

SLURL: https://maps.secondlife.com/secondlife/P.../51/108/22
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#5
Dritter Virtueller Literaturcon am 12. und 13.Oktober - Bühnenschnappschüsse

Die Bühne für Stella Delaney baut Karin Hewing, alias Miara Lubitsch, BukTom Bloch reist mit eigener Bühne an und alle weiteren Lesebühnen hat Barlok Barbosa alias Bernhard Bettschen zusammengestellt und gebaut.

Änderungen sind natürlich immer noch möglich.

Dritter Virtueller Literaturcon:

Samstag, 12.10.2019

18.30-19.00 Eröffnung und Lesung von BukTom Bloch
19.00-19.30 Achim Stößer liest „Quecksilberding“ aus "Rebellion in Sirius City" Retro-SF
19.30-20.00 Jens Gehres liest „Hroswitha Knibbel und die gestohlenen Schokoladenkekse“ aus "Keks-Geschichten" Fantastik Mitleser: Kueperpunk
20.00-20.30 Axel Kruse liest aus "Derolia" Space Opera
20.30-21.00 Galax Giordano liest „Punkolution“ aus "Xeno-punk" Cyberpunk
21.00-21.30 Rael Wissdorf liest aus „Das Vermächtnis des Drachenfürsten“ Fantasy Mitleser: Kueperpunk
21.30-22.00 Judith Vogt liest aus "Wasteland" Science Fiction/Postapokalypse Mitleser: Christian Vogt
22.00.22.30 Tobias Bachmann liest aus "Gynoid" Science Fiction Mitleser: Judith Vogt
22.30-23.00 Konzert mit Psi Quence

Sonntag, 13.10.2019

18.30-19.00 Mike Krzywik-Groß liest aus "Alter Ego" Shadowrun
19.00-19.30 Gabriele Behrend liest „Partition“ aus "Gegen Unendlich 15" Science Fiction
19.30-20.00 Stella Delaney liest aus "Das Leuchten am Rande des Abgrunds" Fantastik
20.00-20.30 Markus Gersting liest aus "Hydorgol 4" Space Opera
20.30-21.00 Uwe Hermann liest aus "Userland - Berlin 2069" Science Fiction Mitleser: Kueperpunk
21.00-21.30 Alvar Borgan liest „Das glühende Auge) aus "Virtuelle Welten" (wo würde diese Lesung besser passen?) Cyberpunk
21.30-22.00 Frederic Brake liest „Das Komprimat“ aus "Schattenzeit" Fantasy Mitleser: Kueperpunk
22.00-22.30 Peter Hohmann liest aus "Dunkle Echos" Fantasy Mitleser:Kueperpunk
22.30-23.00 Konzert mit Torben Asp

Ton über den Discord Kanal der Brennenden Buchstaben: https://discord.gg/P3x79Xw

Und wie immer wird es Live Übertragungen bei Radio-Rote.Dora geben!

http://www.radio-rote-dora.org/

SLURL: https://maps.secondlife.com/secondlife/P.../51/108/22

[Bild: 71153739_2450077871982130_52334279967522...e=5E27C5DE]

[Bild: 71053756_2450077881982129_37117548594022...e=5E364F2E]

[Bild: 71093159_2450077841982133_53959003217277...e=5E385CB5]
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#6
[Bild: 71753052_2452714338385150_24133979710821...e=5E38C638]


Dritter Virtueller Literaturcon - Im Interview: Karin Hewing alias Miara Lubitsch

Karin Hewing alias Miara Lubitsch betreibt mit Kjs Yip zusammen das Kreativdorf und unterstützt auch in diesem Jahr die Brennenden Buchstaben beim Dritten Virtuellen Literaturcon. Wir haben ein wenig mit ihr über Virtualität und das Leben an sich geplaudert.

BB: Hallo Karin! Toll, dass du mal eben Zeit gefunden hast, mit uns zu plaudern.

Wie lange bist du eigentlich schon im Second Life?

Karin: Ich habe mich am 02.03.2007 kurz nach einer Sendung im Fernsehen über einen Menschen der Schuhe in Sl macht und damit Haufenweise Geld (LD) macht in SL angemeldet. Meine Motivation war einfach die, dass ich nicht über Dinge lästern möchte, die ich nicht kenne. Ich war sicher, dass ich dieses „Spiel“ total blöd finde. … Naja, das kam dann halt anders.

BB: Dein Computer und du: Gibt es da nur Second Life, magst du Videospiele, oder gibt es andere Plattformen im Web, mit denen du gern deine Zeit verbringst?

Karin:Mein Computer und ich, das ist jetzt etwas schwierig, da man ja mittlerweile durch die entsprechende Hardware daueronline ist. Das heißt für mich, dass ich auf meinem Handy, was ich dauernd mit mir trage auch dauernd Zugriff auf das Netz habe.

Zu deinen Fragen... nein, ja, ja … Also es gibt für mich nicht nur Second Life und ich mag Video- und Computerspiele sehr gerne. Ich habe sehr viel Anno gespielt oder auch das Schwarze Auge. Ich habe auch mal in WOW reingeschnuppert um mit meinem Sohn mithalten zu können. Zumindest ansatzweise ;-). Naja und dann natürlich Super Mario in vielen Variationen und meine Lieblinge Zelda, Spyro und Co. ;-) Also Konsolenspiele.

Mittlerweile bin ich jedoch sehr selten an der Konsole oder zum spielen im Netz oder in Second Life. Warum weiß ich eigentlich nicht. ;-)

BB: Virtuelle Welten als Ort, wo man besondere Menschen kennenlernt. Vielleicht sogar den einen. Ist dir das auch passiert?

Karin: Ja klar ;-) Ich habe hier viele besondere Menschen kennengelernt. Mit denen habe ich auch jetzt noch zu tun. Teilweise seit 2007. Wie ja fast jeder weiß bin ich mit kjs zusammen und wir haben und so ca. 2009 auf einer Party in Second Life bei Thorsten und Karigan von „Husky“, einem tollen deutschen Bekleidungsgeschäft in SL hauptsächlich für Rollenspieler, kennengelernt. Da tauchte irgendwann mal ein im schwarzen Pullover gekleideter alter Ava auf, der von allen sehr respektvoll begrüßt wurde. ;-) Den Pullover hat er glaube ich immernoch an. Der ist auch von Husky. Ich habe übrigens auch noch mein Inventar mit deren Kleidung voll, da ich jahrelang für sie „verkauft“ habe. Das war eher so ein Beschwerdemanagement mit Filterfunktion für die beiden Designer. Ich konnte da mein Englisch aufpolieren, da der Großteil der Kunden Englischsprachig war. Amis, die alles „so cute“ finden ;-). Das war cool.

Vor allem hatte ich mir direkt 2007 eigentlich vorgenommen in SL niemals zu arbeiten, weil ich das in RL ja auch mache. Hat wieder mal gut geklappt. ;-)

BB: Die virtuelle Welt als Flucht. Wärst du am liebsten ständig im Cyberspace? Oder wann ist für dich mal wieder der Punkt erreicht, an dem dich Pixel einfach nur noch nerven?

Karin: Es gab sicherlich Zeiten in denen ich ständig on war. Aber nein, ich habe mittlerweile sehr wenig onlinestunden außer auf den üblichen Plattformen in denen man, wie oben beschrieben, eh ständig erreichbar ist.

BB: Du und Kjs, ihr führt zusammen in Second Life eure eigene SIM, das Kreativdorf. Das kostet ja nun auch Zeit und Geld. Wieso macht ihr das überhaupt?

Karin: Ähmm... gute Frage. ;-) Also ich „mache und krame“ immer gerne.

Ich habe in SL, wie schon erwähnt, für Geld gearbeitet und ich habe sehr viel drumherum gemacht. Ich habe z.B: Jahrelang Schnupperland betrieben. Dabei habe ich Menschen, die neu in SL waren, für einen begrenzten Zeitraum ein Stück Land zur Verfügung gestellt und ihnen versucht, so viel wie möglich zu erklären, auch um sie vor Abzockern zu schützen. Ich habe dort sehr viele total nette Menschen / Avas kennengelernt. Das habe ich später noch auf der Sim von Nele Source, einer der supernetten deutschsprachigen „Landlords“ zur damaligen Zeit, gemacht auf der kjs damals gelebt hat.

Zu dem Zeitpunkt hatte ich auch viel Kontakt zu einigen Menschen, die E-learning in SL bringen wollten. Das war für mich total spannend, da meine Arbeit im realen Leben aus diesem Bildungsbereich kommt. Das hatte sich dann später aber auch erledigt, da es mittlerweile viele andere, einfachere Formen des E-learning als in SL gibt. Schade eigentlich.

Kleine Exkurse im den organisierten Newbiebereich in den „Hilfe-Bereich in denen die Leute SL betreten“ (hab völlig vergessen wie sich das nannte oder nennt) durfte ich auch kennenlernen. Ich habe sogar mal die Helfergruppe in Köln geleitet. Kjs und ich hatten viel Kontakt zu Annie Milestone, die wie kjs auch aus Köln kommt . Sie bat mich das - zumindest eine Zeit lang - zu managen, was ich natürlich - eine Zeit lang - gerne gemacht habe. Letztendlich liegen mir wohl aber die aufgebauten Strukturen in diesem Bereich nicht so wirklich. ;-).

Naja und nach der Sim Köln sind wir zu euch, den Brennenden Buchstaben gezogen. kjs hatte ja schon lange mit der Gruppe zu tun, da er sich in SL dem künstlerischen Umgang mit dem dort vorhandenen Licht befasst und auch mal bei euch ausgestellt hat. Ich kam da irgendwie dazu. Als die Sim der Brennenden Buchstaben dann damals drohte unter zu gehen, haben wir dann angeboten eine Sim zu mieten und ich schon hatte mein nächstes Projekt. Die „landtechnische Betreuung“ dieser tollen Gruppe. Ich mache diese Dinge also, … weil es mir Spaß macht.

BB: Was sind die Dinge, die dir in Second Life besonders viel Spaß machen?

Karin: Besonders viel Spaß macht mir momentan ehrlich gesagt mein Theater. ;-) Auch den Bau von Bühnen finde ich klasse. Ich kann da stundenlang schön rumpröddeln. Natürlich auch die grandiosen Lesungen. Aber auch Möwes immer wieder veränderten Bauwerke. Nicht zu vergessen Barloks Bauwerke. Oder die tolle Musik von Torben. Um ausserhalb von SL zu gehen, also in OS, liegen mir natürlich Dorena und ihr Ana besonders am Herzen. Eigentlich mag ich alles, was mich in SL noch umgibt.

BB: Du unterstützt uns jetzt seit Jahren bei all unseren Veranstaltungen. Warum liegt dir dieses Projekt am Herzen?

Karin: Jo, siehe oben.Oder soll ich schreiben weil du und Zause so nette Leute sind. Wäre ja auch nicht gelogen, aber voll verschleimt. ;-)

BB: Du warst auch bei politischen Aktionen, zum Beispiel zum Urheberrecht in Second Life dabei. Was denkst du über virtuelle Welten als Plattform für „echte“ soziale und politische Fragen?

Karin: Naja ich finde diese Veranstaltungen sehr gut und wichtig, auch im virtuellen Leben und es könnten ruhig mehr sein. Ich bin mir nur ihrer Wirksamkeit und über ihren Radius nicht so ganz sicher.

BB: Dein persönlicher Literaturgeschmack. Wen liest du gern, wen sollten wir vielleicht mal einladen?

Karin: Früher als Kind habe ich Gaslichtromane gelesen (verschlungen), Stephen King, Terry Pratchet etc sind auch in meinem Bücherschrank. Mittlerweile lasse ich mich tatsächtlich sehr von deinen Lesungen inspirieren und habe von vielen die „bei uns“ gelesen haben Bücher. Ich lese aber auch gerne Zeitung oder allgemein news.

BB: Was waren deine liebsten Projekte in Second Life? (Es muss nichts von den Brennenden gewesen sein.)

Karin: Als Projekt fand ich tatsächlich mein erstes Schnupperland als das für mich schönste. Aber auch das Projekt Kreativdorf und Theater mag ich sehr gerne.

BB: Wie ist die Avatargesellschaft eigentlich so drauf. Deine Gedanken zum Umgang miteinander in SL.

Karin: Durchwachsen. Ich gebe mich mittlerweile gerne mit ausgesuchten Avas ab. ;-)

BB: Möchtest du uns ein paar Ideen verraten, die du gern noch im Cyberspace (und es muss nicht Second Life sein) umsetzen möchtest?

Karin:Im Grunde finde ich den E-learningbereich immer noch sehr spannend. Auch den Bereich Schnupperland würde ich jetzt gerne wieder mehr aufleben lassen.


Dritter Virtueller Literaturcon:

Samstag, 12.10.2019

18.30-19.00 Eröffnung und Lesung von BukTom Bloch
19.00-19.30 Achim Stößer liest „Quecksilberding“ aus "Rebellion in Sirius City" Retro-SF
19.30-20.00 Jens Gehres liest „Hroswitha Knibbel und die gestohlenen Schokoladenkekse“ aus "Keks-Geschichten" Fantastik Mitleser: Kueperpunk
20.00-20.30 Axel Kruse liest aus "Derolia" Space Opera
20.30-21.00 Galax Giordano liest „Punkolution“ aus "Xeno-punk" Cyberpunk
21.00-21.30 Rael Wissdorf liest aus „Das Vermächtnis des Drachenfürsten“ Fantasy Mitleser: Kueperpunk
21.30-22.00 Judith Vogt liest aus "Wasteland" Science Fiction/Postapokalypse Mitleser: Christian Vogt
22.00.22.30 Tobias Bachmann liest aus "Gynoid" Science Fiction Mitleser: Judith Vogt
22.30-23.00 Konzert mit Psi Quence

Sonntag, 13.10.2019

18.30-19.00 Mike Krzywik-Groß liest aus "Alter Ego" Shadowrun
19.00-19.30 Gabriele Behrend liest „Partition“ aus "Gegen Unendlich 15" Science Fiction
19.30-20.00 Stella Delaney liest aus "Das Leuchten am Rande des Abgrunds" Fantastik
20.00-20.30 Markus Gersting liest aus "Hydorgol 4" Space Opera
20.30-21.00 Uwe Hermann liest aus "Userland - Berlin 2069" Science Fiction Mitleser: Kueperpunk
21.00-21.30 Alvar Borgan liest „Das glühende Auge) aus "Virtuelle Welten" (wo würde diese Lesung besser passen?) Cyberpunk
21.30-22.00 Frederic Brake liest „Das Komprimat“ aus "Schattenzeit" Fantasy Mitleser: Kueperpunk
22.00-22.30 Peter Hohmann liest aus "Dunkle Echos" Fantasy Mitleser:Kueperpunk
22.30-23.00 Konzert mit Torben Asp

Ton über den Discord Kanal der Brennenden Buchstaben: https://discord.gg/P3x79Xw

Und wie immer wird es Live Übertragungen bei Radio-Rote.Dora geben!

http://www.radio-rote-dora.org/

SLURL: https://maps.secondlife.com/secondlife/P.../51/108/22
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#7
Dritter Virtueller Literaturcon am 12. und 13.Oktober

Die Bühne für Stella Delaney baut Karin Hewing, alias Miara Lubitsch, BukTom Bloch reist mit eigener Bühne an und alle weiteren Lesebühnen hat Barlok Barbosa alias Bernhard Bettschen zusammengestellt und gebaut.

Änderungen sind natürlich immer noch möglich.

Dritter Virtueller Literaturcon:

Samstag, 12.10.2019

18.30-19.00 Eröffnung und Lesung von BukTom Bloch
19.00-19.30 Achim Stößer liest „Quecksilberding“ aus "Rebellion in Sirius City" Retro-SF
19.30-20.00 Jens Gehres liest „Hroswitha Knibbel und die gestohlenen Schokoladenkekse“ aus "Keks-Geschichten" Fantastik Mitleser: Kueperpunk
20.00-20.30 Axel Kruse liest aus "Derolia" Space Opera
20.30-21.00 Galax Giordano liest „Punkolution“ aus "Xeno-punk" Cyberpunk
21.00-21.30 Rael Wissdorf liest aus „Das Vermächtnis des Drachenfürsten“ Fantasy Mitleser: Kueperpunk
21.30-22.00 Judith Vogt liest aus "Wasteland" Science Fiction/Postapokalypse Mitleser: Christian Vogt
22.00.22.30 Tobias Bachmann liest aus "Gynoid" Science Fiction Mitleser: Judith Vogt
22.30-23.00 Konzert mit Psi Quence

Sonntag, 13.10.2019

18.30-19.00 Mike Krzywik-Groß liest aus "Alter Ego" Shadowrun
19.00-19.30 Gabriele Behrend liest „Partition“ aus "Gegen Unendlich 15" Science Fiction
19.30-20.00 Stella Delaney liest aus "Das Leuchten am Rande des Abgrunds" Fantastik
20.00-20.30 Markus Gersting liest aus "Hydorgol 4" Space Opera
20.30-21.00 Uwe Hermann liest aus "Userland - Berlin 2069" Science Fiction Mitleser: Kueperpunk
21.00-21.30 Alvar Borgan liest „Das glühende Auge) aus "Virtuelle Welten" (wo würde diese Lesung besser passen?) Cyberpunk
21.30-22.00 Frederic Brake liest „Das Komprimat“ aus "Schattenzeit" Fantasy Mitleser: Kueperpunk
22.00-22.30 Peter Hohmann liest aus "Dunkle Echos" Fantasy Mitleser:Kueperpunk
22.30-23.00 Konzert mit Torben Asp

Ton über den Discord Kanal der Brennenden Buchstaben: https://discord.gg/P3x79Xw

Und wie immer wird es Live Übertragungen bei Radio-Rote.Dora geben!

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#8
Dritter Virtueller Literaturcon - Im Interview: BukTom Bloch...


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BB: Hallo Buk, du bist seit Jahren immer wieder bei den Veranstaltungen der Brennenden Buchstaben dabei und man könnte dich als unseren eifrigsten Mitwerber und Chronisten bezeichnen. Plaudern wir mal über dich.

BukTom: Guten Tag! Und Danke für die Blumen! Aber das gehört so. Was ihr macht ist richtig, gut und letztlich auch human und sozial. Außerdem hat Thorsten Küper es fertig gebracht, seit über zehn Jahre keinen ernsthaften Streit mit mir zu haben. Das ist sehr seltsam, da ca. 350% der Menschen die mich kennen, mich wegen dieser oder jener Attitüde und Einstellung eigentlich nicht leiden können.
Ich vermute entweder magische Praktiken und / oder hightec – Manipulationen hinter diesem Phänomen.

BB: Seit wann bist du schon in SL und wie kam es dazu?

BukTom: Seit Dezember 2007. Und Günther Jauch hatte nichts damit zu tun. Ich hatte hier und da schon etwas über SL aufgeschnappt, zuvor. Es hat dann gewisse Umbrüche in meinem Privatleben gegeben. Das war nicht einfach. Aber es brachte auch mit sich, dass ich mehr Zeit und Gelegenheit hatte, meinen Interesse nachzugehen. Nach SL zu kommen war für mich ein wenig wie ein Nachhausekommen. Ich war schon längere Zeit vorher ganz klar ein Cybernaut, wußte es nur noch nicht.
Wenige Monate später begann ich, sinnvolle Dinge und Projekte dort anzugehen.


BB: Dein Computer und Du. Gibt es anderen Plattformen auf denen du aktiv ist, sei es im Web oder als Gamer?

BukTom: Als Gamer? Nun … ich habe mal zwei Wochen versucht WoW zu spielen. Jemand riet mir dann, kranke Wölfe zu erschlagen, um erste Punkte zu sammeln. Als ich dann frug, ob ich die nicht lieber gesund pflegen könne – war das Gespräch seltsamerweise sehr schnell beendet. :-)
Aber ja. Ich spiele „Angry Birds Friends“ über facebook.
Mittlerweile Fünftes Diamant-Level und btw. OHNE Zukäufe von Items!
Aber sonst nein. Nichts dergleichen.
Plattformen? Ja, schon ein wenig. Insbesondere facebook, twitter, ich habe einen youtube-Kanal. Ansonsten noch wize.life, MeWe, diaspora deutschsprachig, Quora, nebenher noch LinkedIn, XING, Tumblr, pinterest deutschsprachig und ähnliche. Ich habe auch eine handvoll Blogs und zwei websites. Aber sonst weiter nicht soviel.

BB: Du beschäftigst dich schon sehr lange mit dem Internet als Literaturmedium. Es gibt ein Video aus den 90ern mit dir, indem es um online Lyrik geht. Erzähl mal von deinen Projekten.

BukTom: Ja, ich war schon damals der Meinung, man dürfe das Internet nicht den Technokraten, Bespaßern, Firmen, u.ä. überlassen.
Es erschienen Texte von mir auf Floppy-Disk in einem C64-SF-Club, der diese regelmäßig an Clubmitglieder versandte („Club-Disk der Solaren Abwehr“), später kam dann das im Video erwähnte offizielle Projekt von Studenten an einer Uni, die Bilder, Musik und Texte online stellten. Hier konnte ich einige Lyrik-Texte einbringen.
Dann folgte eine eigene website, auf der ich veröffentlichte. Die gibt es auch immer noch.
Und so ging es dann weiter.

BB: Die Pegasus Bibliothek und Deine SIM in Second Life sind Deine zentralen virtuellen Projekte. Wie viele Bücher hat die Bibliothek? Wie kann man sie lesen? Wie lange dauert es überhaupt, so ein Buch herzustellen?

BukTom: Die Bibliothek hat mittlerweile gut 500 lesbare Bücher, hauptsächlich aus den Bereichen Klassiker (darunter auch Besonderheiten), Karl May, wiki-Info-Bücher, SF / Fantasy, Religionen / Philosophie, usw. Auch Bücher aus / über SL sind dabei, Lyrik, Satire, Soziologie / Psychologie, Geisteswissenschaften, etliche Sagen und Märchen und einiges mehr.
Alles Bücher sind legal, free und full perm!
Man kann sie vor Ort abholen, oder im SL-marketplace für 0,- LD (null Lindendollar) „kaufen“.
Es gibt viele Bücher einzeln, aber auch Buchpakete mit 10 und mehr Büchern.
Rechnet man hier jedes Buch mit, sind sicherlich schon über 30 000 in SL verbreitet. Rechnet man jedes der Pakete als nur EIN Buch, ist die Zahl dennoch sicher bei über 3000.
Wobei nicht zu vergessen ist, dass sie eben „full perm“ sind, also frei in Kopie weitergebbar.

Die Bibliothek ist historisch gewachsen, seit 2008. Das ist auf der einen Seite interessant, andererseits führt es auch zu … wie soll ich es nennen? Schwächen in der Systematik, unterschiedlichen „Bauarten“ der Bücher, etc.
Dies gehört zu der Frage „Wie kann man sie lesen?“. Das ist nicht immer leicht zu vermitteln, aber im Grunde einfach.
PEGASUS begann mit reinen NC-basierten Büchern. Also mit buchähnlich aussehenden Objekten mit einem Prim, in denen bis zu drei notecards den Buchinhalt zeigten. (Oft ist auch noch eine Info-NC über die verfassende Person zugefügt). War das Buch länger, wurden alle NCs in EINE NC gepackt, das heißt, man bekommt auf Klick eine Notecard, in der sich mehrere bis etliche Links zu weiteren Notecards befinden.
Diese notecards kann man nun am Bildschirm wie gewohnt lesen. Es gibt auch kostenlose Leseanis, da hat der Avatar / die Avatarin dann ein Buchobjekt in der Hand und liest offenkundig darin. Nötig ist das aber nicht.
Vorteil von Notecards ist, dass der jeweilige Inhalt besonders leicht in die reale Computerwelt kopiert werden kann. Das Notecard-System ist dem generischen Windows-Texteditor sehr ähnlich.
Wie ich bemerkte, nehmen nicht alle Besucher*innen die Buchobjekte in Kopie mit, sondern nur die „erklickten“ NC. Das ist schade, aber wohl nicht zu ändern. Btw. werden Zug um Zug die Front- und backcover von mir sinnvoll verbessert und verschönert.

Im Laufe der Zeit wurden Techniken getestet, die auch Bilder, Fotos, Tabellen, etc. im laufenden Text darstellen können. Solche wie THINC, INTELLI, u.ä. wurden verworfen, da entweder zu kommerziell, zu kompliziert oder beides.
Einige, wenige Bücher sind mit der fob – Technik angefertigt. Vorteil ist, das VÖLLIG ohne Menü gelesen werden kann. Fob ist allerdings, wie soll ich es nennen … etwas simpel und rustikal.
Neue „Umblätterbücher“ werden seitdem stets in der scrapbook-Technik ausgeführt.
Hier gibt es ein umfangreiches Menü dazu – es geht aber auch ohne, lediglich zum Aufklappen wird es wirklich zwingend benötigt.
Es gibt hier einige Bücher die im Ursprung NUR Bilder / Fotos enthielten, auch der historische Text lag nur so vor.
Bei allen anderen wurde der Vorteil der notecards nicht verschenkt: der komplette Text befindet sich dann zusätzlich im ersten Prim, d.h. im Frontcover.
Einige scripte sind bei dieser Technik „no mod“ - das stört aber in der Praxis überhaupt nicht! Die Größe, die Texturen, etc. können von jedem frei verändert werden.
Man kann also beim Umblättern ganz nah ranzoomen – oder auch nicht. Und dafür das Buch auf 2 – 3 Meter in SL vergrößern, bis man fertig ist. Diese Buchart hat immer fünf Prim. Wer da sparen will, kann aber auch selbst eine Umverpackung basteln (oder mich darum bitten) mit EINEM Prim und demselben Cover.
Wie lange es dauert, ein Buch zu erstellen? Das kommt auf den Umfang an. Ein schmaler Lyrikband, nur in NC-Technik, das dauert vielleicht eine gute halbe Stunde.
Ich habe aber auch die Bibel und die Bhagavad Gita, etc. in der Bibliothek … Die Bibel auch in Umblätterform. Sowohl den Text in notcards aufzuteilen (eine NC fasst etwa 64 kb Textmasse) und diese dann abzuspeichern – das dauert schon.
Um Umblätterseiten zu erhalten wird der Urtext (falls nicht schon so vorgefunden) in ein pdf gewandelt. Dieses dann in einzelne jpg – Bilder. Danach werden diese upgeloaded und ins Objekt transferiert.
Dickere Bücher dauern also schon etliche Stunden. Und kosten mich auch ein wenig. Z.b. 1000 Seiten x 10 LD. Das sind dann, … moment … Taschenrechner ..., etwa 10 000 LD. :-)

BB: Auf deiner SIM sind aber noch viele weitere Projekte von dir zu finden. Gib uns mal einen Überblick.

BukTom: Stimmt, außer den vier Bibliotheksabteilungen gibt es von mir und anderen kreativen Menschen (die gegen freiwillige Mietzahlung in selbstgewählter Höhe dort leben) noch weitere Projekte.
Meinerseits etwa die nun achtstöckige „Second Vision Gallery“. Die Themen sind hier:
0) Die 70er Jahre (Studentenbewegung, Hippies, 68er)
1) Hieronymus Bosch (Maler, eigentlich Jheronimus van Aken, 1450 - 1516)
2) Alte Meister (Künstler der Malerei des 14.-18. Jahrhunderts und mehr)
3) Edvard Munch (Maler, 1863 - 1944)
4) Ernst (Simon) Bloch (Philosoph, Ludwigshafen a.Rh., 1885 - 1977)
5) Giuseppe Arcimboldo (Maler, 1526 - 1593)
6) GRANDVILLE ( Zeichner, eigentlich Jean Ignace Isidore Gérard, 1803-1847)
7) Science Fiction (Cover & Raumschiffe)

Weiter gibt es den „Platz der Verständigung“, mit Objekten und Schriften gängiger und nicht so gängiger Religionen – aber auch Weltanschauungen!
Die bemerkenswerte Malerin Emma Fargis betreibt meist zugleich drei verschiedene Ausstellungen auf ihrem Grundstück.
Es existiert noch eine kleine Info-Station über das „BookCrossing“, es gibt Infos über Helmut Seethaler, etc. pp.
Auch das SL-Planetarium existiert noch, ich habe es vor längerer Zeit übergeben bekommen. Ich habe aber erst etwas umgeräumt und ergänzt, etc. Konzeptionell nutze ich es noch nicht wirklich. Einen Besuch wert ist es aber auf jeden Fall!
Der Second Zwinger stellt eine kleine, bescheidene Hommage an den ehemaligen echt virtuellen und auch den echten Zwinger in RL dar. Informationen und einige entsprechende Gemälde sind in dem eindrucksvollen Gebäude enthalten.
Soweit ein grober Überblick, einige Dinge habe ich sicher vergessen, sorry.

BB: Du bist politisch sehr engagiert und bei vielen Realdemos mit dabei. Welches sind die Themen, die dich selbst am stärksten beschäftigen?

BukTom: Dazu zitiere ich vielleicht am besten meinen offiziellen Autoren-Infotext:
Burkhard Tomm-Bub, M. A. (geb. 1957 in Recklinghausen, NRW) ist Staatlich anerkannter Erzieher, Diplom-Sozialarbeiter (FH) und Magister Artium der Erziehungswissenschaft (NF: Psychologie / Soziologie).
Mehrfachabhängig, lebt aber nun seit Jahrzehnten zufrieden abstinent / clean in der Pfalz.
Berufliche Erfahrungen:
Offene Kinder- und Jugendarbeit, Sozialfachkraft im Sozialamt und mehrere Jahre als Fallmanager in einem Jobcenter, dann "z.b.V." in einer Betreuungsbehörde. Nunmehr vorerst "freigestellt"... Ehrenamtlich in der Suchtkrankenhilfe und Flüchtlingshilfe tätig.
Er veröffentlicht nur gelegentlich, aber seit etlichen Jahren, z.B. Glossen, Satiren, (SF-) Storys, Lyrik (u.a. im Heyne - Verlag) und zu Sachthemen (Suchtbereich, Hartz IV).
Interessen:
Tomm-Bub ist engagierter Aktivist gegen Hartz IV und als solcher auch "kostenlos buchbar". :-)
Ebenso ist er lebenslänglicher (Pudding-) Vegetarier und ernsthafter Pazifist.
Die Sprache, social media, die VR (Virtual Reality) und hier insbesondere die unkommerzielle Verbreitung von Literatur und die Förderung gemeinnütziger Aktionen in Second Life (Avatarname: BukTom Bloch) zählen weiterhin zu seinen Anliegen.
Er sieht sich als Genderwahnsinnigen und Gutmenschen und ist stolz darauf.
Bisweilen bezeichnet er sich aber auch als "schwierigen und sturen alten Mann, mit viel zu vielen Meinungen, der zum Lachen gern in den Keller geht".
Politisch gehört er keiner Sekte, Kirche noch Partei an, ist aber eindeutig links zu verorten. Auch Umwelt- und Klimaschutz liegen ihm am Herzen. Weltanschaulich steht er dem Pantheismus / Panentheismus sehr nahe.
Was er nicht mag: die AfD, Neonazis, Neoliberale, Querfrontler, fanatische Atheisten, aggressive Karnivoren und ähnliche Gesell*innen.
Beziehungsstatus: kompliziert.

BB: Politik in SL. Machen politische Aktionen in einem Videospiel überhaupt Sinn?

BukTom: Mit Videospielen kenne ich mich nicht so aus.
Was SL angeht: ich denke auf jeden Fall!
Ist man da aktiv, trennt das natürlich schnell die Spreu vom Weizen, es gibt Ärger und Kontaktabbrüche, etc.
Aber das interessiert mich nicht! Ich bin nicht zum Spaß im Netz und ich suche keine Freunde. Jedermanns Liebling möchte ich keinesfalls sein, dann hätte ich etwas falsch gemacht.
Hat sowas aber überhaupt Effekt? Keine Ahnung. Auch das interessiert mich nicht. Zumindest nicht als Voraussetzung dafür, etwas zu tun. Ich tue es, weil ich es gut, richtig und human finde. So gut ich kann. Punkt.
Und, ich sage mal so, - auch das größte Mosaik der Welt: besteht aus sehr sehr vielen einzelnen Splittern! Und da sollte keiner fehlen.
Und: Aktionen in SL strahlen via facebook, youtube, twitter, usw. in die reale Welt hinaus. Ein Faktor den man nicht vergessen sollte.

BB: Welche Literatur liest du selbst gern?

BukTom: Aktuell: leider zu wenig. :-)
Insgesamt habe ich Klassiker wie Lessings Nathan der Weise, Goethes Faust I, Schillers Räuber, etc. gern gelesen. Hermann Hesse und Franz Kafka sind zu nennen. Ringelnatz und ähnliche.
Im Bereich SF die „Groschenromane“ über Perry Rhodan. „Planet des Ungehorsams“ von Eric Frank Russell. Isaac Asimov, James White Hospital-Buchserie, Douglas Adams, André Nagerski, alle die schon mal bei den Brennenden Buchstaben gelesen haben. Und Thorsten Küper natürlich! :-)

BB: Du schreibst selber und bringst viele Bücher als Selfpublisher heraus. Wie viele waren es bisher?

BukTom: Aktuell sind wohl 15 online. Vier bei grin.de, elf bei BoD (nach meinem Rauswurf bei epubli / neopubli). Es sind recht unterschiedliche Genres, bei grin.de sind es ausschließlich wissenschaftliche Themen.

Hier eine kleine Übersicht:

grin.de:

A) Kinder aus Alkoholikerfamilien - Grundlagen von Prävention und Intervention
B) Gesellschaft - Sucht - Sozialarbeit
C) Wissen und Vorurteile - Soziologische Aspekte und Bezüge
D) Einstellungsänderungen: Die Anwendung einfacher Modelle an einem Praxisbeispiel: Eine sozialpsychologische Untersuchung ((Thema: Alkoholismus))

BoD:

1) HANDBUCH WIDERSTAND gegen HARTZ IV: Rat vom EX-Fallmanager
2) Hartz IV - die ethische Katastrophe Fakten vom EX-jc-Fallmanager: -Blogberichte gegen das Unrecht-
3) Geringe Mitnahme-Effekte!: Ein fiktiver jobcenter-Krimi vom EX-Fallmanager

Lyrik:

4) 23 Elemente in QR - Verständliche Prosagedichte: 23 Lyriktexte vollständig im QR Code

5) "Ich kenne diesen Schmerz,...": "...ich spüre diese Sehnsucht...!" -Verständliche Prosa-Gedichte-


Weltanschauung:

6) Pan(en)theistischer Notizblog Nur ICH Nur DU: - Pantheismus / Panentheismus -
. . .

VR, SL, sonstiges:

7) Cyberspace VR - Der Comic: Virtual reality Comic-storys
8) Alles ...
-SF Fantasy Cybertales Cyberspace SL Glossen Lyrik Krimi Horror Vampir-
. . .

Satire:

9) Vong die Niceigkeit der Sprache her !: - 1mal so gesehen -
10) D_ebakel B_odenlos: Zügige Satiren - bahnhafte Erlebnisse
11) Scherz, Satire, Ironie und zynische Bedeutung: Ridiküle Reime, wahre Witze, gute Glossen und zotteliger Zynismus

Nummer elf ist das aktuellste Buch, richtig „gut gelaufen“ (für meine Verhältnisse) sind Nummer eins und Nummer neun. Nummer eins allerdings auch anhand einer crowdfunding – Aktion. Und Nummer neun habe ich als „Lord SUPER – VONG“ relativ aktiv beworben. :-)
Seit Jahren spende ich die Gewinne (ohne Unkostenabzug) stets an wohltätige Einrichtungen / Gruppen. Das ist meist so ein Euro pro Buch.

Wer sich sehr für ein Buch interessiert, es dabei aber am finanziellen scheitert: dem kann ich es auch kostenfrei als pdf schicken.

Übrigens zählt das alles nicht für wikipedia-Einträge. Die einzelnen Lyrik-Texte in Anthologien bei Heyne und in Kleinverlagen von mir würden zählen, sind aber ohne „ganze Bücher“ in echten Verlagen nicht genug. Ich bin also „nicht relevant“! :-)

BB: Du bist häufig online unterwegs. Gibt es Momente, in denen du keinen Monitor mehr ertragen kannst und dir Pixel auf die Nerven gehen?

BukTom: Nein!
Es kommt ab und zu vor, dass ich am PC in Sekundenschlaf falle. Wenn das so zwei-, dreimal hintereinander passiert, stelle ich ernsthafte Überlegungen an, ob es nicht besser wäre ins Bett zu gehen … :-)
Aber das ist ja rein biologisch.

BB: Projekte, die du in SL gern umsetzen möchtest?

BukTom: Ein sinnvolles Kozept für das Planetarium wäre eine gute Sache.
Ansonsten würde ich gern die eigentliche Bibliothek PEGASUS verbessern, systematisieren, besser inventarisieren, etc. Leider ist das eine Zeitfrage. Ich wäre stets bereit Helfer*innen nach SL-Maßstäben gut zu bezahlen! Aber „gut in SL“, ist halt immer noch mickrig in RL …
Man wird sehen!
Danke für die Gelegenheit, diese Fragen zu beantworten!

* * * * * * *
Dritter Virtueller Literaturcon:

Samstag, 12.10.2019

18.30-19.00 Eröffnung und Lesung von BukTom Bloch
19.00-19.30 Achim Stößer liest „Quecksilberding“ aus "Rebellion in Sirius City" Retro-SF
19.30-20.00 Jens Gehres liest „Hroswitha Knibbel und die gestohlenen Schokoladenkekse“ aus "Keks-Geschichten" Fantastik Mitleser: Kueperpunk
20.00-20.30 Axel Kruse liest aus "Derolia" Space Opera
20.30-21.00 Galax Giordano liest „Punkolution“ aus "Xeno-punk" Cyberpunk
21.00-21.30 Rael Wissdorf liest aus „Das Vermächtnis des Drachenfürsten“ Fantasy Mitleser: Kueperpunk
21.30-22.00 Judith Vogt liest aus "Wasteland" Science Fiction/Postapokalypse Mitleser: Christian Vogt
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22.00-22.30 Peter Hohmann liest aus "Dunkle Echos" Fantasy Mitleser:Kueperpunk
22.30-23.00 Konzert mit Torben Asp

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#10
Dritter Virtueller Literaturcon - Im Interview: Barlok Barbosa alias Bernhard Bettschen


[Bild: 72726896_2459315664391684_43995587905637...e=5E2EA04A]

BB: Hallo Barlok, du baust jetzt schon so lange diese großartigen Kulissen. Wir sollten mehr über dich erfahren!

Seit wann bist du schon in SL und was hat dich dorthin geführt?

Bernhard: Ich entdeckte SL im Frühjahr 2007 und war begeistert. Sofort begann ich zu „bauen“. Natürlich damals zuerst wirklich ungelenk und die Möglichkeiten waren auch noch nicht so gut wie heute (Meshes etc). Doch ich mietete eine kleine Parzelle und baute mir eine Galerie, lud einige Bilder meiner RL-Kunst hoch und stellte sie aus.
Was mich an SL vor allem faszinierte, war die schiere Grösse. Man konnte schon damals tagelang umherstreifen und allerlei entdecken. Weiter war die Kommunikation mit anderen sehr interessant und ich erlebte damals als Newbie die wunderbare Hilfsbreitschaft einiger „Erfahrener“. Später baute ich dann selber mit einem Kollegen eine Sim für ein Newbie-Tutorial auf.

BB:Wir kennen dich ja nun als DEN Kullissenbauer in Second Life. Was fasziniert dich so am Bauen in virtuellen Welten?

Bernhard: Meine Faszination am Bauen in SL stammt aus derselben Quelle wie meine Freude am künstlerischen und grafischen Arbeiten in RL. Schöpferisch tätig sein, etwas zu erschaffen scheint ein grundlegendes menschliches Bedürfnis zu sein.

BB: Wie geht das eigentlich? Benutzt du eine bestimmte Software?

Bernhard: Man kann in SL eigentlich alles inworld bauen. Eine besondere Form der Gegenstände sind Sculpties und Meshes, die mehr gestalterische Möglichkeiten bieten, als die Grundformen. Ich habe lange ein Inworld-Tool zum Aufbau von Meshes genutzt. Heute mache ich fast alles offworld in der 3D-Software Blender. Zudem erstelle ich fast alle Texturen immer wieder neu in Photoshop.

BB: Hast du auch schon mal was in anderen Grids gemacht?

Bernhard: Ich war eine Weile in Metropolis. Hat mich aus zwei Gründen nicht halten können: zum Einen ist dort echt wenig Traffic. Wenn man sich dort nicht mit einer Gruppe installiert, dann schweift man immer auf völlig leeren Sims herum.
Weiter gibt(gab) es dort kaum gute Scripte und keine gute Tools, die einem das Bauen erleichtert hätten. Heute würde ich Blender-Meshes dort hochladen können. Das wäre kein Problem. Da ich aber selber nicht scripte, fehlen mir wirklich gute Scripte, um meine Dinge beleben zu können.

BB: Im realen Leben bist du Grafiker. An was für Projekten arbeitest du dort?

Bernhard: Grafisch ist mein Schwerpunkt Konzept und Realisation von Websites. Zudem natürlich Logo-Entwicklung und kleinere Druckaufträge vor allem für KMU und Vereine, aber auch für Private.
Wichtiges Standbein ist zudem die Fotografie. Sie nutze ich natürlich für meine grafischen Aufträge und ebenso mache ich Hochzeits- und Event-Fotografie. Auch kleinere Videos und Luftaufnahmen gehören zu meinem Repertoire.

BB: Und du bist generell Künstler. Ich habe Bilder von dir gesehen, wo du mit Holz arbeitest oder Türme aus Steinen aufgebaut hast. Bist du Bildhauer?

Bernhard: Ich hatte früher immer gezeichnet, später kam die Malerei und Druckgrafik dazu. Ich habe zwischen 1980 und 1994 auch einige Techniken unterrichtet in einer privaten Malschule. Die bildnerische Kunst war mir immer sehr wichtig. Sie wurde jedoch so ab 1998 durch die Holzbildhauerei abgelöst. Seither mache ich vorwiegend Holzskulpturen. Die Stein-Setzungen kann man als Land-Art sehen und für mich sind sie eine Art Meditation in der Natur.

BB: Sind Pixel dir dann nicht viel zu abstrakt?

Bernhard: Hehe – nö. Ob ich nun mit Oelfarbe male oder mit Pixeln hat eigentlich nicht direkten Einfluss auf die künstlerische Tätigkeit. Was so jedoch nur zum Teil stimmt. Natürlich ist die pyhsische Arbeit mit Farben (der Duktus, die Gerüche, etc) schon etwas anderes. Auch die Arbeit mit Kettensäge und Meissel am Holz ist nicht wirklich mit der Arbeit mit der Maus zu vergleichen. Und doch könnte ich nicht sagen, dass ich die eine oder die andere Art präferiere.

BB: Kommt es vor, dass du keinen Monitor mehr ertragen kannst?

Bernhard: Selten. Ich arbeite im Schnitt 8 bis 12 Stunden täglich am Rechner und bekomme nie genug. Natürlich schalte ich Pausen ein und ich habe sehr gute Hardware, was die Arbeit auch erleichtert (zwei Retina-Displays und schnelle Rechner).

BB: Wie ist die Avatarcommunity in Second Life eigentlich so?

Bernhard: Öhm …. wer? Ach so – nun, ich bin kein Hansdampf in allen Gassen. Ich liebe es auch zuweilen etwas ruhiger. Vor allem in RL. Aber die Möglichkeit in SL mit vielen Leuten Kontakt zu haben ist schon sehr interessant. Ich geniesse es manchmal und wenn ich baue, dann bin ich eh weggetreten.
Was ich sehr hoch einschätze in SL sind die kulturellen Events wie Lesungen und Ausstellungen. Auch Live-Konzerte gibt es einige sehr starke (wenn sie wirklich live sind und nicht von Konserve). Dann wären da noch die Roleplay-Communitys, wo ich auch eine Weile reingeschaut habe. Vor allem deutsche Mittelalter-RPs. Dort hat mich die Pflege alter Sprachen und Gebräuche sehr interessiert. Natürlich gibt es andere RPs die dann gar nicht auf meinen Speiseplan passen. Also all die Blut- und Dreck-dinger mit Zombies und allerlei schrägem Zeug.

Ein weiterer wichtiger Vorteil von SL ist die Möglichkeit, die diese Plattform für Menschen mit Einschränkungen hat. Ich habe das einige Male beobachten können, wie Menschen die gehbehindert oder schwer krank sind, sich in SL richtig schön mit anderen austauschen konnten und sich ausleben. Das sich frei im Raum bewegen (wenn auch bloss über einen Avatar) kann so einem Menschen sehr viel geben und bietet daher einfach mehr, als die rein textliche Kommunikation über die üblichen Sozialen Medien. Ich denke dabei zB an jene junge Frau, die mir zu Beginn soviel geholfen hat. Wie ich erst später vernahm, lag sie mit Krebs im Spital und lebte voller Freude ihr restliches Leben ganz in SL. Später ist sie dann gestorben. RIP Yalia :-(

Die Bedeutung, die SL bei solchen Schicksalen hat, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.

BB: Was waren deine Lieblingsprojekte in SL?

Bernhard: Kann ich so nicht sagen. Es gibt immer wieder Neues, was mich fasziniert.
Natürlich hatten wir früher einige Höhepunkte. Als ich zusammen mit Kollegen für eine RL-Versicherung eine Küchenbrand-Simulation mit Interaktionsmöglichkeit gebaut habe. Oder unsere Versuche einen 3D-Webshop zu bauen. Das waren Zeiten, als SL noch einige Echos in der RL hatte und auch Firmen dafür ansprechbar waren.
Damals hatten wir mehrere Sims und es wurde auch ein Fussball-Stadion mit mehreren Buildern und Scriptern gebaut. Ich bekam Aufträge für eine Strassenbahn, für eine Seilbahn, für ein Einkaufszentrum, einen Zoo, etc. Ach ja, und eine Zeitlang haben wir eine Zeitschrift herausgegeben, die slXpress. Es war damals halt irgendwie noch viel intensiver und bewegter. Es gab auch RL-Treffen einiger Leute. Damals hatte ich auch noch die Vision, dass etwas SL-Artiges einmal das bekannte Internet ersetzen würde.
Heute ist SL etwas ruhiger geworden, was kein Nachteil sein muss. Und vor allem ist es stabiler geworden. Zu Beginn waren mehrere Abstürze pro Tag die Regel.

BB: Sind politische Aktionen in Second Life sinnvoll?

Bernhard: Ich bin nicht sehr politisch. Aber SL bietet gutes Vernetzungspotential – zumindest bei den Leuten, die sich dort „rumtreiben“. Jedoch kann ich nicht beurteilen, wie erfolgreich politische Aktionen in SL sind/wären.
Ich bereue es halt, dass SL noch immer ein bisschen eine Art „Barbie-Geschmack“ hat. Wenn auch die Avatare heute schon sehr viel besser geworden sind. Doch in vielerlei Hinsicht wirkt es oft sehr verspielt und kann die notwendige Qualität und „Ernsthaftigkeit“ nicht rüberbringen, die manchmal für gewisse Situationen vonnöten wären. Das haben wir damals beim Gestalten von Dienstleistungen für RL-Firmen (siehe oben) auch festgestellt.
SL würde noch mehr Potential bieten, vor allem im Bereich e-learning, wenn die Plattform dafür eingerichtet worden wäre. Da ging sehr viel aus dem Bildungsbereich verloren.

BB: Wie läuft eigentlich die Zusammenarbeit mit den Brennenden Buchstaben ab?

Bernhard: Nun, ich erhalte – im Idealfall – das Script einer Lesung. Allenfalls mit ergänzenden Wünschen der Autorin/des Autoren, was sie/er gerne in der Kulisse hätte, oder was besonders wichtig ist.
Dann gehts los. Dafür brauch ich viel Platz und viele Prims. Da ich selber fast eine viertel Sim in Miete habe und die Brennenden Buchstaben und unsere gute Sim-Ownerin auch Prims freigeben wenn viele Lesungen sind, dann kann ich loslegen.
Meist forsche ich erstmal nach Hintergrundwissen (falls es was historisches oder zeitgenössisches ist). Dann erfolgt die Arbeit in SL und in Blender während einiger Tage, bis die Location fertig ist.

Wieso opferst du immer wieder deine Zeit für uns?

Bernhard: Weil ich ein Besessener bin ;-) Ich liebe es einfach, was aufzubauen und wenn meine RL-Arbeit mir Zeit lässt, dann geniesse ich das Schöpferische wie oben beschrieben. Zudem ist es mir eine Ehre, für die Lesung eines literarischen Werkes etwas beizusteuern. Ich schätze das, was die Brennenden Buchstaben für die literarische Kultur machen als besonders hoch ein. Und da bin ich gerne mit dabei und steuere meinen Teil dazu bei.
Was ich in letzter Zeit allerdings etwas schade finde ist, dass weniger Leute in SL an den Lesungen teilnehmen als früher, da viele nur über Discord mithören. Da sehe ich schon die Möglichkeit, dass meine Intension für grosse, detaillierte Szenen schwinden könnte, wenn die Teilnehmerzahl dann unter 20 fallen sollte. Aber schauen wir mal – und hoffen.

Welche Art von Literatur liest du am liebsten?

Bernhard: Ich lese zur Zeit sehr wenig. Aber am liebsten hab ich die Genres Scifi und Fantasy. Zuweilen hab ich auch mal Krimis gelesen. Jedoch eigentlich nur jene von Tony Hillerman, da diese die indianischen Kulturen und die Gegend sehr schön beschreiben.
Was ich gar nicht lese und auch sonst (Fernseher) ausblende sind Horror und Zombie-Geschichten. Auch Rituelles-Folterzeug hab ich auf dem Kieker. Dabei ist das Problem, dass alles, was geschrieben wird, auch Wirkung auf die Welt hat. Doch das würde hier zu weit führen …

Ach ja...Sachbücher waren eine Weile meine Begleiter. Seit ich mein Fachwissen jedoch besser online von sehr guten Tutorials erhalte, wird das Fachbuch-Regal immer leerer.

Gibt es ein Wunschprojekt, das du gern unbedingt in SL umsetzen möchtest?

Bernhard: Nein. Ich lasse mich gerne immer wieder neu auf neue Literatur-Events ein. Bei manchen kribbelts mich mehr aber immer ist es interessant.
Natürlich sind meine liebsten Themen Scifi und Fantasy. Schwieriger ist es, zeitgenössische Themen zu illustrieren. Das ist natürlich, da wir diese Umgebungen ja kennen. Bei Fantasy- oder Scifi-Szenen begeben wir uns in eine Welt, die wir nicht kennen, die wir erforschen können, die etwas mit uns macht.

Jedenfalls freue ich mich immer wieder auf neue Herausforderungen für Lesungs-Szenen.

22.Sept19 // Bernhard Bettschen aka Barlok Barbosa
www.barlok.ch

Dritter Virtueller Literaturcon:

Samstag, 12.10.2019

18.30-19.00 Eröffnung und Lesung von BukTom Bloch
19.00-19.30 Achim Stößer liest „Quecksilberding“ aus "Rebellion in Sirius City" Retro-SF
19.30-20.00 Jens Gehres liest „Hroswitha Knibbel und die gestohlenen Schokoladenkekse“ aus "Keks-Geschichten" Fantastik Mitleser: Kueperpunk
20.00-20.30 Axel Kruse liest aus "Derolia" Space Opera
20.30-21.00 Galax Giordano liest „Punkolution“ aus "Xeno-punk" Cyberpunk
21.00-21.30 Rael Wissdorf liest aus „Das Vermächtnis des Drachenfürsten“ Fantasy Mitleser: Kueperpunk
21.30-22.00 Judith Vogt liest aus "Wasteland" Science Fiction/Postapokalypse Mitleser: Christian Vogt
22.00.22.30 Tobias Bachmann liest aus "Gynoid" Science Fiction Mitleser: Judith Vogt
22.30-23.00 Konzert mit Psi Quence

Sonntag, 13.10.2019

18.30-19.00 Mike Krzywik-Groß liest aus "Alter Ego" Shadowrun
19.00-19.30 Gabriele Behrend liest „Partition“ aus "Gegen Unendlich 15" Science Fiction
19.30-20.00 Stella Delaney liest aus "Das Leuchten am Rande des Abgrunds" Fantastik
20.00-20.30 Markus Gersting liest aus "Hydorgol 4" Space Opera
20.30-21.00 Uwe Hermann liest aus "Userland - Berlin 2069" Science Fiction Mitleser: Kueperpunk
21.00-21.30 Alvar Borgan liest „Das glühende Auge aus "Virtuelle Welten" (wo würde diese Lesung besser passen?) Cyberpunk
21.30-22.00 Frederic Brake liest „Das Komprimat“ aus "Schattenzeit" Fantasy Mitleser: Kueperpunk
22.00-22.30 Peter Hohmann liest aus "Dunkle Echos" Fantasy Mitleser:Kueperpunk
22.30-23.00 Konzert mit Torben Asp

Ton über den Discord Kanal der Brennenden Buchstaben: https://discord.gg/P3x79Xw

Und wie immer wird es Live Übertragungen bei Radio-Rote.Dora geben!

http://www.radio-rote-dora.org/

SLURL: https://maps.secondlife.com/secondlife/P.../51/108/22
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  • Bogus Curry, Dorena Verne
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