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Ein Experiment mit KI-Programmierung - Dorena Verne - 02.11.2026 Ein Experiment mit KI-Programmierung: Wie ich Craft Anything mit GPT-6-Astra zum Laufen brachte Von der ersten Idee über jede Menge Terminalarbeit bis zur selbst erstellten macOS-App. In den letzten Tagen habe ich mich mit einem ziemlich spannenden Experiment beschäftigt. Ausgangspunkt war die Software **Craft Anything**, die verspricht, mithilfe künstlicher Intelligenz aus einfachen Beschreibungen komplette Anwendungen erstellen zu können. Die Idee dahinter ist verlockend: Man beschreibt, was man haben möchte, und eine KI übernimmt einen großen Teil der Programmierarbeit. Da ich ohnehin schon länger mit KI experimentiere und mit Dorena_AI auch ein eigenes KI-Projekt betreibe, wollte ich wissen, wie weit man mit einer solchen Entwicklungsumgebung tatsächlich kommt. Und natürlich wollte ich möglichst meinen bereits vorhandenen ChatGPT-Plus-Zugang nutzen, statt für jeden Programmierauftrag zusätzlich API-Gebühren zu bezahlen. Was zunächst einfach klang, entwickelte sich zu einer kleinen technischen Abenteuerreise. :-) 1. Die Ausgangslage Als Rechner dient mein Mac Mini M2 mit 16 GB Arbeitsspeicher. Darauf läuft der ArtCraft Launcher, über den sich Craft Anything installieren und starten lässt. Craft Anything unterstützt verschiedene KI-Anbindungen. Besonders interessant war für mich die Möglichkeit, den **OpenAI Codex CLI** als Programmieragenten einzusetzen. Codex ist ein Werkzeug, das nicht nur Programmcode erzeugen, sondern auch bestehende Projekte untersuchen, Dateien bearbeiten, Programme kompilieren und Fehler beheben kann. Mein Ziel war deshalb: Craft Anything → Codex CLI → GPT-6-Astra über meinen bestehenden ChatGPT-Zugang Also möglichst ohne zusätzliche API-Abrechnung. 2. Codex installieren und verbinden Zunächst musste Codex auf dem Mac installiert und über meinen ChatGPT-Zugang angemeldet werden. Dafür verwendete ich Node.js und den Node Version Manager (nvm). Die Anmeldung bei Codex funktionierte, und das gewünschte Modell ließ sich verwenden. Im Terminal war Codex anschließend problemlos erreichbar. Damit hätte eigentlich alles funktionieren sollen. Eigentlich. ;-) 3. Das erste Problem: Craft Anything findet Codex nicht Obwohl Codex korrekt installiert war, meldete Craft Anything beim Start über den ArtCraft Launcher sinngemäß: „Codex ist nicht installiert oder befindet sich nicht im Suchpfad.“ Das war zunächst irritierend, denn im Terminal ließ sich Codex ohne Schwierigkeiten starten. Nach einiger Fehlersuche fanden wir die Ursache. macOS startet grafische Anwendungen nicht zwangsläufig mit derselben Umgebung wie ein Terminalfenster. Während mein Terminal den Installationsordner von Codex kannte, verwendete der ArtCraft Launcher lediglich einen stark eingeschränkten Suchpfad: `/usr/bin:/bin:/usr/sbin:/sbin` Codex befand sich dagegen in meinem Node.js-Verzeichnis unterhalb von `.nvm`. Das Ergebnis: Im Terminal funktionierte alles, in Craft Anything nicht. Wir versuchten zunächst, den Suchpfad über `launchctl` anzupassen, und richteten dafür sogar einen LaunchAgent ein. Die Einstellungen waren zwar nachweisbar vorhanden, wurden aber nicht wie erhofft an den gestarteten Launcher weitergegeben. Schließlich brachte ein direkter Start des ArtCraft Launchers mit ausdrücklich gesetztem Suchpfad den Durchbruch. Craft Anything erkannte Codex und konnte es tatsächlich starten! 4. Das zweite Problem: Codex verweigert die Arbeit Kaum war die erste Hürde überwunden, erschien die nächste Fehlermeldung: `Not inside a trusted directory and --skip-git-repo-check was not specified.` Codex wollte nicht in einem Projektverzeichnis arbeiten, das nicht als geeignetes Git-Repository eingerichtet war. Git ist ein Versionsverwaltungssystem, das normalerweise bei der Softwareentwicklung eingesetzt wird. Die Lösung war vergleichsweise einfach: Im betreffenden Projektverzeichnis wurde mit `git init` ein lokales Git-Repository angelegt. Danach konnte Codex seine Arbeit aufnehmen. Allerdings trat dieses Problem später bei einem weiteren Projekt erneut auf. Die automatische Einrichtung neuer Projektverzeichnisse ist deshalb noch eine Baustelle. 5. Das erste Experiment: Firestorm Als ersten größeren Versuch nahm ich mir etwas vor, das für unsere OpenSim-Welt besonders interessant ist: Firestorm. Die Vorstellung, einen eigenen angepassten Viewer entwickeln zu lassen, war natürlich reizvoll. Craft Anything begann tatsächlich, Dateien zu erzeugen, Rust-Code zu kompilieren und ein ausführbares Programm bereitzustellen. Das Ergebnis war allerdings ernüchternd. Statt eines neu entwickelten oder umfassend angepassten OpenSim-Viewers entstand im Wesentlichen ein Startprogramm für den vorhandenen Firestorm. Technisch war also etwas gebaut worden, aber das eigentliche Entwicklungsziel war nicht erreicht. Das war die erste wichtige Erkenntnis: Ein erfolgreicher Build bedeutet noch lange nicht, dass die KI auch das gewünschte Programm entwickelt hat. 6. Das zweite Experiment: Ein eigenes Musikstudio Für den nächsten Versuch wollte ich etwas ganz anderes ausprobieren. Die Aufgabe lautete sinngemäß, eine Musikproduktionssoftware nach dem Vorbild von Logic Pro zu entwickeln. Ein durchaus ambitioniertes Vorhaben! Craft Anything begann mit der Arbeit, legte verschiedene Projektverzeichnisse an und erzeugte eine Benutzeroberfläche mit mehreren Spuren und musikalischen Patterns. Dann öffnete sich plötzlich Firefox. Darin erschien eine Oberfläche namens „Creator Studio“. Zunächst war ich ziemlich verwirrt. Schließlich hatte ich eine macOS-Anwendung erwartet und keine Webseite. Bei genauerer Untersuchung stellte sich heraus, dass Craft Anything eine HTML-basierte Oberfläche erstellt hatte, die aus einem temporären macOS-Verzeichnis geladen wurde. Gleichzeitig existierte aber auch ein kompiliertes Rust-Programm. Mit dem Terminalbefehl `file` ließ sich bestätigen, dass tatsächlich eine ausführbare ARM64-Datei für Apple Silicon entstanden war. Nur hatte diese Datei einen Haken: Sie startete lediglich die Oberfläche im Browser. Ein eigenes Musikstudio war das noch nicht. 7. Aus der Browseroberfläche wird eine richtige Mac-App Also erhielt Codex einen neuen, deutlich präziseren Auftrag. Das bestehende Projekt sollte weiterverwendet werden, aber diesmal ausdrücklich als eigenständige macOS-Anwendung entstehen. Die Anforderungen waren unter anderem: - Eine richtige `.app`-Anwendung für Apple Silicon. - Ein eigenes Programmfenster statt Firefox. - Die vorhandene Oberfläche sollte übernommen werden. - Alle benötigten Dateien sollten Bestandteil der Anwendung sein. - Keine Abhängigkeit von temporären HTML-Dateien. - Die Anwendung sollte direkt über den Finder gestartet werden können. Und siehe da: Es funktionierte! Nach der erneuten Bearbeitung ließ sich Creator Studio tatsächlich als eigenständige Mac-App starten. Damit war ein wichtiger Meilenstein erreicht. Aus einer Beschreibung und mehreren Korrekturanweisungen war ein ausführbares Desktopprogramm entstanden. 8. Und was kann das fertige Musikstudio? Hier kommt allerdings der etwas humorvolle Teil der Geschichte. ;-) Wer jetzt eine vollwertige Konkurrenz zu Logic Pro erwartet, wird enttäuscht. Creator Studio besitzt zwar eine ansehnliche Oberfläche mit mehreren Spuren und Patterns, musikalisch beschränkt sich das Ganze bislang aber im Wesentlichen auf rhythmische Sequenzen, die munter vor sich hin trommeln. Ein richtiges Digital Audio Workstation-System mit ausgereifter Audio-Engine, MIDI-Bearbeitung, Aufnahmefunktionen, Instrumenten, Effekten und komplexem Arrangement ist daraus noch nicht geworden. Man könnte sagen: Die KI hat mir ein kleines Musikstudio gebaut. Nur die eigentliche Musikproduktion muss sie noch lernen. *Grins* Trotzdem ist das Ergebnis bemerkenswert. Denn die Anwendung existiert, lässt sich starten und bildet eine Grundlage, auf der theoretisch weiterentwickelt werden könnte. 9. Craft Anything mit dem vorhandenen ChatGPT-Abo Ein für mich besonders interessanter Punkt war die Anbindung von Codex. Durch die Anmeldung über meinen bestehenden ChatGPT-Plus-Zugang konnte ich Codex nutzen, ohne zusätzlich einen API-Schlüssel mit nutzungsabhängiger Tokenabrechnung hinterlegen zu müssen. Natürlich bedeutet das nicht, dass die Nutzung unbegrenzt ist. Für Codex gelten weiterhin die jeweiligen Nutzungskontingente des Abonnements. Aber es ist ein erheblicher Unterschied, ob jeder einzelne Programmierauftrag zusätzliche API-Kosten verursacht oder ob man innerhalb der verfügbaren Abo-Grenzen arbeiten kann. Gerade beim Experimentieren ist das ein angenehmer Vorteil. 10. Eine eigene Startlösung für den Launcher Damit Codex nicht bei jedem Neustart des Mac wieder unauffindbar wird, haben wir schließlich einen eigenen Starter eingerichtet. Dieser befindet sich außerhalb der eigentlichen Programmdateien und startet den ArtCraft Launcher mit dem benötigten Suchpfad für Node.js und Codex. Das ist besonders deshalb interessant, weil die Originalanwendungen dabei nicht verändert werden müssen. Sogar eine zwischenzeitlich angebotene Aktualisierung des ArtCraft Launchers ließ sich durchführen, ohne unsere externe Startlösung unmittelbar ersetzen zu müssen. Ein anschließender Test deutete darauf hin, dass Codex weiterhin funktionierte. Ganz fertig ist die Einrichtung allerdings noch nicht. Der Starter verwendet momentan noch ein Terminalfenster, und bei neuen Projekten kann die Git-Einrichtung weiterhin Handarbeit erfordern. Außerdem sollen die Entwicklungsprojekte künftig in ein Verzeichnis außerhalb meines mit iCloud synchronisierten Schreibtischs umziehen. Gerade kompilierte Programme können schließlich beträchtliche Datenmengen erzeugen. 11. Was habe ich aus dem Experiment gelernt? Mein Eindruck ist durchaus positiv, allerdings mit einigen Einschränkungen. KI-gestützte Softwareentwicklung hat inzwischen ein erstaunliches Niveau erreicht. Man kann einer KI in natürlicher Sprache erklären, was man entwickeln möchte, und sie kann daraus selbstständig Projektstrukturen, Quellcode und ausführbare Programme erzeugen. Besonders beeindruckend finde ich, dass man dafür nicht jede einzelne Programmzeile selbst schreiben muss. Aber es gibt auch deutliche Grenzen. Eine KI kann eine optisch überzeugende Oberfläche erzeugen, ohne dass dahinter bereits die gewünschte Funktionalität existiert. Sie kann ein Programm erfolgreich kompilieren, obwohl dieses lediglich eine andere Anwendung startet. Und sie kann Aufgaben als erledigt betrachten, obwohl das Ergebnis noch weit vom ursprünglichen Ziel entfernt ist. Deshalb bleibt die menschliche Kontrolle entscheidend. Man muss ausprobieren, nachfragen, Fehler erkennen und Anforderungen möglichst präzise formulieren. Auch technische Grundkenntnisse sind weiterhin hilfreich, gerade wenn es um Installationen, Dateipfade, Entwicklungsumgebungen und Fehlermeldungen geht. 12. Mein Fazit War das Experiment erfolgreich? Ja – allerdings anders, als man vielleicht zunächst erwarten würde. Ich habe kein vollwertiges Logic Pro entwickelt und auch keinen eigenen Firestorm-Viewer erhalten. Aber ich habe Craft Anything erfolgreich mit Codex verbunden, die Programmier-KI über meinen bestehenden ChatGPT-Zugang eingesetzt und schließlich eine eigenständig startende macOS-Anwendung erzeugen lassen. Das ist für mich bereits ein beachtliches Ergebnis. Besonders spannend finde ich die Perspektive, künftig kleinere eigene Anwendungen entwickeln oder bestehende Projekte mithilfe solcher Werkzeuge erweitern zu können. Vielleicht wird diese Arbeitsweise irgendwann auch bei der Weiterentwicklung meiner eigenen Dorena_AI eine Rolle spielen. Mein Eindruck nach diesem Experiment: KI ersetzt noch keinen erfahrenen Softwareentwickler. Aber sie kann Menschen, die Ideen haben und bereit sind, sich mit den Ergebnissen auseinanderzusetzen, ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Und wenn dabei zunächst nur ein kleines Musikstudio herauskommt, das fröhlich vor sich hin trommelt, dann ist das eben der Anfang. ;-) RE: Ein Experiment mit KI-Programmierung - Dorena Verne - 02.11.2026 Creator Studio – Ein weiteres Update! Hier einmal eine Collage vom aktuellen Entwicklungsstand unseres kleinen KI-Softwareprojekts. Was heute Morgen noch mit einem einfachen Drumcomputer begann, ist inzwischen zu einer erstaunlich umfangreichen Musiksoftware herangewachsen. Mittlerweile gibt es ein Mehrspur-Arrangement mit farblich getrennten Spuren für Drums, Bass und Synthesizer, eine Timeline zur Anordnung der Musikclips, eine Piano-Roll mit Aufnahme- und Bearbeitungsfunktionen sowie einen polyphonen Synthesizer mit virtueller Klaviatur und Unterstützung für mein externes MIDI-Keyboard. Auch das Speichern von Projekten und der WAV-Export funktionieren bereits. Die Collage habe ich zusammengestellt, damit man die verschiedenen Bereiche auf einen Blick sehen kann, ohne durch die gesamte Programmoberfläche scrollen zu müssen. Als Nächstes sollen weitere Instrumentenklänge hinzukommen, darunter Pianos, Synthesizer und eine Hammond-B3-artige Orgel mit Leslie-Effekt. Danach werden wir uns besonders um die Übersichtlichkeit und Bedienbarkeit kümmern. Das Ganze entsteht mit ChatGPT für die Konzeption und Codex/Astra für die Programmierung, direkt auf meinem Mac Mini M2. Noch ist vieles im Entwicklungsstadium, aber die bisherigen Ergebnisse sind für mich wirklich verblüffend. Und das Experiment macht unglaublich viel Spaß! :-) Creator Studio – Make Music, Not Complications. RE: Ein Experiment mit KI-Programmierung - Bogus Curry - 02.11.2026 Hallo Dorena ;D Finde dein projekt gar nicht so schlecht, ich hab mir was anderes überlegt, auch mit KI, aber halt ein wenig anders. Ich werde mir eine kleine TestUmgebung erstellen, wo in einem DockerContainer Sachen wie Webserver, einige Tools und so laufen. Diese können über Portainer, das ist ein Manager für Docker Container, stop und auch wieder starten. Das ganze mache ich mit ChatGPT, nutze das To Go Abo. ChatGPT hat mir die Struktur vorgeschlagen und auch welche Tools intressant wären. Nachher, wenn alles läuft, werde ich versuchen eine Art WebOberfläche, wo ich dann über mein locales Netzwerk die SAchen dann managen kann, erstellen. Aber alles in aller Ruhe und dabei auch drauf acht gebend, das es nicht zu kompliziert wird. Sowas hatte ich schon lange vorgehabt. Hab sonst immer nur ein Container für eine Software genommen, was mir aber irgendwie dann doch zu mühselig ist, auch wenn Updates anstehen. Aber in diesem Thread geht es ja um Dorenas Projekt und nicht meines. Und ob mein projekt irgendwann fertig wird, steht auch in den Sternen ;D |