Ist ja irgendwie auch verrückt: Es gibt BeamNG.drive seit 2015, aber auf dem Radar ist es erst seit dem PS5-Release.
Was gleichzeitig so ziemlich keine Sau weiß: Das Ganze fing nicht mit BeamNG.drive an. Die Entwickler von BeamNG.drive (zumindest die ursprünglichen) haben nämlich vorher mitgearbeitet an
Rigs of Rods, dem Vorgänger von BeamNG.drive. Das gibt's schon seit dem 11.8.2005 und wird immer noch weiterentwickelt, aber das ist beinahe komplett unbekannt. Dürfte auch klar sein, warum: Es ist frei und quelloffen, also ist es für Gaming-Medien quasi nichtexistent.
Da gibt's schon einiges an Unterschieden. In Rigs of Rods gibt's z. B. eine echte Spielerfigur, die außerhalb des Fahrzeugs rumlaufen kann. Ist beispielsweise nützlich, wenn man ein Fahrzeug geschrotet hat und sich einen Abschlepper dazugespawnt hat. Beim Fahren ist die Spielerfigur nicht zu sehen.
Rigs of Rods kommt standardmäßig mit kaum Content. Ein Repository gibt's aber auch, das von der Community gepflegt wird, mit aktuell 914 Einträgen. Gabester, der hinter der Gavril-Marke steckt, hat früher auch Fahrzeuge für Rigs of Rods gemacht. Die gehören aber zu den wenigen Fantasiemarken.
Viele BeamNG-Nutzer, die Rigs of Rods ausprobieren, stellen mit Erstaunen fest, daß einige Fahrzeuge in Rigs of Rods tatsächlich deutlich weicher sind als in BeamNG.drive. Ich denke da an die '49er Fords. Wenn man damit mit moderater Geschwindigkeit gegen ein Hindernis ballert, ist der Wagen schon komplett matsch.
Der Fokus liegt allerdings bei Rigs of Rods mehr auf Nutzfahrzeugen, deswegen heißen Fahrzeuge grundsätzlich erstmal "Trucks". Mercedesse gibt's sehr wohl, aber an normalen Straßen-Pkw habe ich nur einen CLK. Dazu habe ich ein G-Modell der ersten Generation, ansonsten so Sachen wie den alten Unimog-Rundhauber und den Nachfolger, Laster vom 911 Kurzhauber nebst Anhängern bis zum Actros und Busse vom kleinen O 405 D über den ollen O 305 bis hin zu einem Citaro.
Daneben gibt's einen Fokus auf Off-Road, das aber in allen Facetten des Hardcore. Rock-Crawling mit bis zum Gehtnichtmehr umgebastelten Geländewagen geht ebenso wie Durch-die-Wüste-Ballern mit einem Trophy Truck oder Muddin' mit Hinterwäldler-Pickups (wobei Rigs of Rods nicht annähernd ein so schönes Partikelsystem hat wie BeamNG.drive). Ach ja: Monstertrucks nebst Arenen gibt's auch. Und weil die Fahrzeuge praktisch alle von der Community kommen, gibt's reale Monstertrucks wie den legendären Grave Digger.
Einige Sachen sind in Rigs of Rods schwieriger. Am Anfang läuft beispielsweise normalerweise der Motor nicht. Da darf man erst die Zündung einschalten und dann den Starter betätigen. Zum Rückwärtsfahren drückt man auch nicht nach unten, sondern man legt den Rückwärtsgang ein und drückt nach oben.
Wenn du einen Auflieger ankuppeln willst, reicht Drunterfahren nicht aus. Du mußt die Zugmaschine einigermaßen passend positionieren, dann händisch kuppeln und dann mit der "Hydraulik" die Aufliegerstütze hochziehen. Und auch sonst gibt's für die F-Tasten derartig viele Funktionen, daß sie bei einigen Fahrzeugen doppelt oder gleich dreifach belegt sind, etwa bei einem selbstfahrenden Teleskopkran.
Leider hat die aktuelle stabile Version einen fiesen Bug: Wenn die Systemsprache nicht Englisch ist, werden keine Terrain-Objekte geladen. Aktuell kann man als deutscher User allenfalls eine
Entwicklerversion nehmen.